„Standortfaktor Immobilie gewinnt weiter an Bedeutung!“

Explodierende Wohnkosten könnten zur Standort entscheidenden Frage werden bei der Neuansiedlung von Unternehmen.

Darauf weist Dr. Wulff Aengevelt in einem Gastbeitrag hin. Steigende Wohnkosten belasteten zunehmend viele Privathaushalte insbesondere in den Wachstumszentren. „Mangelnde Verfügbarkeit moderner, bedarfsgerechter Büroflächen vor allem in den Metropolen, aber auch attraktiven B-Städten wie z.B. Leipzig bremsen Unternehmen bei Neuansiedlung und/oder Expansion“, so Aengevelt. Am Beispiel Düsseldorf zeige sich, wie Immobilien in ihrer Bedeutung als Standortfaktor weiter markant an Bedeutung gewinnen:

2018 stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Düsseldorf auf über 419.000. Doch längst nicht alle, die in Düsseldorf arbeiten, leben auch hier. Dies lässt sich an den Pendlerzahlen ablesen. Unter den “Big Seven“ hat Düsseldorf die zweithöchste Pendlerquote mit 41 Prozent aller hier Beschäftigten (Frankfurt: 48 Prozent). Jeden Arbeitstag pendeln 87.000 Bürger ins Umland aus, indessen 261.000 SVP-Beschäftigte nach Düsseldorf ein.
Grund ist nicht zuletzt – ungeachtet aller Anstrengungen von Immobilienwirtschaft und Politik – das zu knappe bedarfsgerechte Wohnungsangebot in der Landeshauptstadt und das unter anderem dadurch in der jüngsten Dekade stark gestiegene Miet- und Kaufpreisniveau.
In der Folge nähern sich Zu- und Abwanderung von Haushalten nach jahrelangem signifikantem Wanderungsgewinn zunehmend an. Damit wird bezahlbares Wohnen immer mehr zum Standortfaktor. (…)

 

Dies zeige die Verflechtung von Stadt und Region und die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit, spätestens beim Werben um Unternehmen und Arbeitskräfte – Stichwort “war of talents“ – wird indessen der Regional-Gedanke hintangestellt, so Aengevelt:

Denn Unternehmen und Einwohner sind – insbesondere als Steuerzahler – ein unverzichtbarer Wirtschaftsfaktor jeder Kommune. Deshalb müssen Städte die eigenen Rahmenbedingungen und Voraussetzungen bestmöglich gestalten, um damit ihre Infrastruktur zu finanzieren. Hier gehört unverzichtbar das nachfragegerechte Angebot an Wohn- und Gewerbeimmobilien.

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