Experten analysieren Berliner Grundstücksmarkt

Berlins Immobilienmarkt setzt die überdurchschnittliche Marktdynamik fort – eine Analyse.

Berlin
Berlin Immobilien bleiben gefragt

Der Geldumsatz (Asset- und Share-Deals) übertraf 2018 mit rd. EUR 24,1 Mrd. das Umsatzniveau des bisherigen Rekordjahres 2015 (EUR 22,5 Mrd.) deutlich um EUR 1,6 Mrd. nicht nur den Vorjahres (2017: EUR 22,2 Mrd.) um nahezu 9%. Zudem liegt er rd. 9% über dem Vorjahreswert (2017: EUR 22,2 Mrd.) und sogar 57% bzw. EUR 8,7 Mrd. über dem Mittelwert der jüngsten zehn Jahre (Ø 2008 bis 2017: EUR 15,4 Mrd.).

Auf Asset-Deals entfielen hiervon rd. EUR 18,97 Mrd. (2017: rd. EUR 18,16 Mrd.), auf Share-Deals rd. EUR 5,2 Mrd. (2017: rd. EUR 4,1 Mrd.).


PROPERTY TOUR Lesetipp

Hier gibt es den kompletten City-Report Berlin


Von dem Transaktionsvolumen aus Immobilienverkäufen (Asset-Deals) in Höhe von rd. EUR 18,97 Mrd. entfielen im Jahr 2018:

  • rd. EUR 10,9 Mrd. auf bebaute Liegenschaften (2017: EUR 10,5 Mrd.) = + 4%
  • rd. EUR   1,8 Mrd. auf unbebaute Liegenschaften (2017: EUR 1,7 Mrd.) = +  2%
  • rd. EUR   6,3 Mrd. auf Wohn- und Teileigentum (2017: EUR 6 Mrd.) = +  6%

Berliner Investmentmarkt: Geldumsatz steigt

Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, Berlin
Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, Berlin

Analog zum gesamten Immobilienmarkt sind auch im Investmentbereich die Geldumsätze (Asset- und Share-Deals) 2018 gegenüber dem Vorjahr gestiegen, und zwar um mehr als EUR 1,5 Mrd. bzw. 10% auf rd. EUR 16,8 Mrd. (2017: EUR 15,25 Mrd.). Im Vergleich zum mittleren Umsatzergebnis der jüngsten zehn Jahre (Ø 2008 bis 2017: EUR 10,44 Mrd.) fällt der 2018er Wert sogar um 61% bzw. EUR 6,34 Mrd. höher aus. Dabei ist das Transaktionsvolumen in der Wohninvestmentsparte (Asset-/Share-Deals, inkl. Wohn-/Geschäftshäuser mit einem Gewerbeflächenanteil > 20%) um 18% von rd. EUR 7,2 Mrd. auf EUR 8,5 Mrd. angestiegen.

Ausländische Investoren weiterhin sehr aktiv

Die größte Käufer- als auch Verkäufergruppe im gewerblichen Investment-Segment stellten 2018 mit jeweils ca. ein Drittel Anteil am Gesamtinvestmentumsatz die Vermögensverwalter, zu denen Asset- und Fonds-Manager gezählt werden. Immobilien AGs und REITs sorgten für rd. ein Zehntel aller Umsätze auf Käuferseite. Verkäuferseitig waren zudem Projektentwickler enorm aktiv, was sich im Forward-Deal-Geschäft widerspiegelt. Family Offices zeichneten für rd. 10% der Verkäufe verantwortlich. Der Anteil der durch ausländische Investoren getätigten Transaktionen wird 2018 auf rd. 50% geschätzt, auf Bundesebene lag ihr Anteil bei ca. 40%.

Trends und Ausblick 2019

Die Prognose der Experten von AENGEVELT:

„Angesichts anhaltend hoher Liquidität besteht weiterhin Anlagedruck; hier bleibt Berlin eines der bevorzugten Anlageziele in Deutschland. Für 2019 hält AENGEVELT-RESEARCH erneut ein weit überdurchschnittliches Trans­aktionsvolumen am Grundstücksmarkt mit bis zu EUR 23 Mrd. (Asset-/Share-Deals) in Abhängigkeit von marktgerechter Objektverfügbarkeit für möglich.“

Die Kernthesen im PROPERTY TOUR Check:

  • Gefragt bleiben sicherheitsorientierte Immobilieninvestments angesichts kaum verfügbarer höher rentierlicher Alternativanlagen. Dadurch verbleiben die Spitzenrenditen für Büro-/Geschäftshäuser und Top-Wohnimmo­bilien in Berlin auf niedrigem Niveau.
  • Tauschten bereits 2018 zahlreiche markante Projektentwicklungen per Forward Deal den Eigentümer, wird das weiterhin vorhandene enorme Entwicklungspotential in Berlin auch künftig für eine Vielzahl an Forward Deals sorgen, sowohl im gewerblichen aus auch im wohnwirtschaftlichen Segment.
  • Das Berliner Wohninvestmentsegment profitiert weiterhin von der positiven Entwicklung der Einwohner- und Haushaltszahlen, die dadurch für eine anhaltend hohe Wohnungsnachfrage sorgen. Der Markt dürfte sich weiter glänzend entwickeln, auch wenn Senatorin Katrin Lompscher zuletzt für Irritationen sorgte, als sie die Begrenzung von Kaufpreisen für Immobilien forderte, wie PROPERTY TOUR berichtet hatte.